Für die Auswahl eines geeigneten Schutzwerkstoffes ist es zunächst notwendig, dass die Eigenschaften der homogenen Werkstoffe entsprechend ihrem Einsatzzweck geprüft und bewertet werden. Hierbei spielt z. B. die Festigkeit und Verformbarkeit bei schlagartigen Belastungsgeschwindigkeiten (Impakt) eine wichtige Rolle. Somit ist eine Grundbewertung der potentiellen Schutzwerkstoffe möglich.

Bei der Auswahl der Werkstoffe, die für Schutzzwecke angewendet werden, spielt auch die Zähigkeit eine entscheidende Rolle. Deswegen wurde beispielsweise in Zusammenarbeit mit der WTD91 ein Prüfgerät entwickelt, mit dem eine schnelle Beurteilung der Zähigkeit möglich ist. Dieser Versuch ist ein modifizierter Drop-Weight-Tear-Test. Damit kann entschieden werden, welche Werkstoffe für einen Einsatz gegen Blastbelastung (z.B. IED-Anschläge) geeignet sind.

Da im Fahrzeugschutz auch Werkstoffverbunde oder Verbindungen (z.B. Schweiß- und Klebeverbindungen) zum Einsatz kommen, müssen auch diese bezüglich ihrer Eignung als Schutzwerkstoff geprüft und bewertet werden. Umfangreiche Untersuchungen sind beispielsweise an Stahl-Schweißverbindungen unternommen worden. Hier geht es darum, aufgrund steigender Bedrohungen festere und zähere Schweißverbindungen zur Verfügung stellen zu können. Diese Schweißverbindungen können durch unterschiedliche Prüfmethoden schlagdynamisch charakterisiert werden. Weiterhin können durch die Ermittlung des lokalen Werkstoffverhaltens wichtige Kenndaten für die Schweißnahtnachbildung in der FE-Simulation zur Verfügung gestellt werden.